Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Pankow an

Glück auf vier Beinen: Der Hofhund hat Beute gemacht

Eine blondwollige Sau rast vorbei gefolgt von einer Herde Ponys. Mütter mit Kleinkindern erstarren mit schreckverzerrten Gesicherten. Fünf Sekunden später herrscht wieder Frieden auf dem Hof und die Mütter lachen erleichtert. Mir laufen wohlige Schauer den Rücken hinunter – wir sind auf Gut Tornow!

Zu unserer Ferienwohnung gehört dieses Jahr eine eigene Katze. Und das, wo der Herr der Ferienwohnung Haustiere ablehnt. Aber Sohn und ich sind begeistert und die Katze auch. Zwar gibt es von uns nichts zu fressen, aber reichlich Streicheleinheiten. Nachts muss die Katze raus, wegen des fehlenden Katzenklos und weil sie da wirklich mal Mäuse fangen muss.

Wir brechen zu unserem ersten Hofrundgang auf. Der beste Hund der Welt erscheint in Sichtweite. Wir rufen ihn. Er kommt schwanzwedelnd auf uns zu galoppiert. Bei anderen Hunden dieser Größenordnung würde einem mulmig. Nicht so bei ihm. Dieser Hund verströmt reinste Glückshormone. Er freut sich über alles und jeden, zu jeder Zeit. Das färbt tatsächlich ab und alle können es spüren. An Stelle der Gutsherren würde ich diesen Service glatt auf den Preis aufschlagen.

Herumliegendes Fohlen

Im Kaninchengehege ist alles noch beim Alten. Die armen Viecher werden von den Gastkindern gefangen, geherzt und gestreichelt, ob sie wollen oder nicht. Die ehemals frei um den Hof orbitierende Schafherde hat jetzt eine eigene eingezäunte Weide bekommen. Ein paar Tage später wird sich die Herde nach einer Stippvisite in unserem Vorgarten auf den Weg in Richtung Berlin und saftigere Wiesen machen – die Zäune auf Tornow halten einfach konsequent nicht das, was sie versprechen. Das wissen auch die Pferde und haben eigenmächtig ihre Weidegründe erweitert. Wenn man reiten will, kostet einen das erstmal einen 20 minütigen Fußmarsch durch sumpfige Wiesen zuzüglich individueller Einfangzeit. Wer keine Gummistiefel dabei hat, hat (die Schuhe) sowieso verloren.

Nachmittags meldet der Sohn aufgeregt, dass die Truthähne näher gerückt seien. Die etwa 10 Hennen haben ein Auge auf den Herrn der Ferienwohnung geworfen. Der Hahn empfindet das als Affront und geht mit aufgestellten Federn und aggressiven Truthahngeschrei dazwischen. Der Herr der Ferienwohnung lässt sich von einem potenziellen Sonntagsbraten nicht beirren. Der Sohn und ich schon.  Wir verschanzen uns lieber. Und diskutieren mit den Osterfreunden, die wir jährlich und ausschließlich auf Tornow treffen, was ansteht. Mit all der Untätigkeit und der bröckelnden Pracht um uns herum können wir nicht leben. So verabreden wir uns zum Ställe ausmisten, Zäune reparieren und Pferde trainieren. Das mit den Kaninchen übernehmen ja die Kinder…

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