Verdammte Stromdiebin!

Geschickt getarnter Stromklau

Geschickt getarnter Stromklau

Der seltsame Nachbar im ersten Stock klaut schon wieder Strom! Früher hat er das ganz offen gemacht. Jeder konnte das Kabel aus seiner Wohnungstür hin zur Steckdose im Treppenhaus sehen. „Na, ausnahmsweise…“, dachte ich damals gnädig. Nach ein paar Tagen war das Kabel weg und ich vergaß die Sache. Am Samstag betrachtete ich mir aber mal das Dauer-Kunstwerk aus Umzugskartons, Türmatte und Papiertüte vor der Wohnungstür des Nachbarn näher und fand dahinter wieder… das Kabel! Nicht zu fassen.

Sonntag steckte das Kabel immer noch. Ich zog die Verkleidung weg, auf dass der Nachbar sich ertappt fühle und von selbst den Stromklau einstelle. Der ließ sich aber nicht beirren. Auch Sonntag Abend steckte das Kabel noch. Wir zogen es ab und warteten, was passieren würde. Nichts passierte. Anscheinend war der Nachbar nicht da. Mitten in der Nacht schlich der schlaflose Liebste nochmals zum Tatort. Das Kabel steckte wieder! Er zog es ab. Allein, das Licht in der Wohnung war weiter zu sehen. Aha, der Nachbar hat also Strom, möchte aber für bestimmte Zwecke lieber nicht den eigenen verwenden. Welche könnten das sein? Der Akku für sein Elektroauto oder -fahrrad? Kann man den herausnehmen? Hat er sowas überhaupt? Keine Ahnung.

Nicht der übliche unordentliche Kreuzberger, sondern ein asozialer Nachbar.

Nicht der übliche unordentliche Kreuzberger, sondern ein asozialer Nachbar.

Und jetzt? Weiter des geizigen Nachbarn Strom bezahlen? Die Hausverwaltung informieren oder gleich die Polizei? Den Dieb konfrontieren und sich damit einen Feind für’s Leben schaffen? Erstmal mit den Nachbarn bequatschen. Die sind auch ratlos. Sie schwanken zwischen gemeinschaftlich konfrontieren und die Hausverwaltung informieren. Und wie lange macht er das überhaupt schon auf unsere Kosten? Inzwischen ist das Kabel weg, ebenso die Verkleidung. Hat der Nachbar die Zeichen vielleicht doch richtig gedeutet? Die Entscheidung wird vertagt, bis da wieder ein Kabel steckt.

Nachdenklich kehre ich in meine Wohnung zurück und betrete das Badezimmer. Das Licht brennt!? „Das letzte Mal war ich vor über einer Stunde im Bad“, denke ich zähneknirschend…

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