The Rock-Blog oder Wird das Festival auch trotz meiner Hilfe stattfinden?

20. Dezember 2011

Foto: Hektikproductions

Volles Haus, volle Bühne, voll auf die Ohren: 43 Songs, 4 Stunden Musik!

Mein persönlicher Favorit: Jeanny von Axel-Falco. Auch nicht schlecht die Heavy Version von Lady Gagas  Alejandrooooo oder die Originalbärte von ZZ Top inklusive ungeplantem Drumsolo. Sehr schön auch Hollywood Hills mit Geige und zwei Celli. Die Heavyfreaks hatten ebenfalls reichlich Auswahl für ihre Likes: Panthera, Motorhead und… äh… viele mehr.
Nett war auch der Stagediving Contest, bei dem zwei Kontrahenten vom Publikum während eines Songs auf Händen herumgereicht wurden. Wer am Ende noch mehr Wasser im Becher hatte, war Sieger. In dem Fall Inés, die sich mit ihrem Gewinn jetzt das erste Tattoo stechen lassen kann. Wird auch Zeit, denn ohne Tattoos ist man unter Rockern ja quasi nackig…
Allerbester Moment für das angespannte Mitglied des Presseteams: Der Anblick der langen Warteschlange vor dem SO36 😀
Perspektive für 2012: einen gut vernetzten Mitstreiter gefunden für die Sponsorensuche des 15. Berlin Allerstarz Festivals am 15. Dezember 2012 im SO36.

Und mein Dank an Flux FM für das Interview letzten Freitag.
Nicht zuletzt kniefällige Bewunderung für die sagenhaft gute Organisation – durch ausschließlich Ehrenamtliche!

Jetzt Weihnachtsurlaub….

4. Dezember 2011

Erfolg auf ganzer Linie, das Festival findet statt! Wie befürchtet, eher trotz als wegen mir. Aber das sind Details für Haarspalter. Apropos Haare. Krisenthema schon für den Rocker in den Zwanzigern: Haarausfall. Keine langen Haare, kein glaubwürdiges Headbanging, sprich: kastrierter Rocker. Das geht gar nicht. Bisher gefundene einzige glaubwürdige Alternative: den Kopf tätowieren. Vorsicht Jungs, folgenreich! Da muss es noch andere Möglichkeiten geben. Vorschläge werden genauso gern entgegengenommen wie Sponsoringangebote für 2013!

Große Freude: Chris von Vic du Monte’s Persona Non Grata und von Ex-Kyuss hat trotz drängender familiärer Verpflichtungen tatsächlich seinen Posten als Bass-Juror bei der Generalprobe des Berlin Allstarz Festivals bravourös in zweitägiger Dauersitzung ausgeübt, sich dabei rund 80 Bands angehört, sein fachmännisches Urteil abgegeben und ein paar neue Freunde für’s Leben gewonnen. Ob seine Ohren sich davon schon wieder erholt haben?

So, jetzt die letzen zwei Wochen noch die PR intensivieren, damit auch keiner den Termin verpasst und sich die gute vorweihnachtliche Stimmung direkt über den reichlichen Körperkontakt verbreiten kann. Ist auch für den Stagediving Contest besser, wenn keine Lücken im Publikum sind… Am 17. Dezember ist endlich Showtime im SO36.

9. November 2011

Das Marketing-Team hat sich gemeldet! Es hat angerufen, gesmst und zwei (2!) emails geschrieben. Es will aktiv werden, es will etwas tun, es hat tausend Ideen. Ich bin erst verstört, mache mir Sorgen, denke dem Marketing-Team geht es vielleicht nicht gut, aber nein, aus unerfindlichen Gründen hat es diesen 9. November ausgewählt, um endlich die Sponsorensuche voranzutreiben. Schön, denke ich, endlich!

Nur braucht das Marketing-Team dazu jetzt meine Unterstützung. Will sofort eine Telefonkonferenz und am besten gleich einen Termin. Mit gefletschtem-Zähne-Lächeln erinnere ich mich an die Wochen, in denen das Marketing-Team mit geradezu bewunderswerter Konsequenz abgetaucht war und auf keine emails oder Anrufe dieser Welt reagierte. Jetzt will es und zwar sofort. Aber ich kann jetzt nicht. Sei mir nicht böse, liebes Marketing-Team, aber das habe ich schon vor Monaten angemeldet. Mitte November kann ich nicht – und das, wo ich gerade meinen Rhythmus und den richtigen Ton gefunden habe. Es macht sogar Spaß mit diesem tollen Thema Unternehmen anzurufen, deren Mitarbeiter alle nur einen Vornamen haben. Ich habe jetzt auch nur noch einen Vornamen und darf in Geschäftskorrespondenz Sachen schreiben, die… die… nur ganz coole Menschen anderen coolen Menschen schreiben. Im krassen Gegensatz dazu, wie ich in meinem offziellen Job korrespondiere. Großartig!

Das Marketing-Team, jedoch, ist empört, weist daraufhin, dass bald Druckvorlagenschluss ist und dass ja noch nicht viel rumgekommen sei.

Liebes Marketing-Team: richtig! Ich unterbreite Vorschläge, was das Marketing-Team alles unternehmen, wo hinterhertelefonieren und an wen es sich noch alles wenden könnte.

Das Marketing-Team macht das, was es am besten kann: wieder abtauchen.

– 5 –

2. November 2011

Mühsam ernährt sich das Sponsoring-Hörnchen. Viele allein getätigte Anrufe später bin ich einen halben Sponsor weiter. Immerhin. N. gratuliert mir fleißig zu jedem auch nur allerkleinsten Erfolg. Nett von ihm. So mache ich weiter. Das Marketingteam erkundigt sich gelegentlich nach meinem Befinden, um dann sogleich wieder abzutauchen. Die Freunde helfen mit und geben mir Tipps, wen ich ansprechen könnte: neue Energydrinks, Getränkelieferanten, Tätowierer, Footlocker… Footlocker? Naja, die Rocker tragen doch alle Turnschuhe. Aha. Naja, danke, aber eher nicht. Ich beschränke mich lieber auf offensichtliche Kooperationspartner, also solche, die beim Berlin Allstarz Festival auch ihre Zielgruppe antreffen.

Tröstlich, dass wahren Talenten auch nicht alles in den Schoß fällt. Letzten Freitag waren wir im 7 Stufen, einer Kreuzberger Kneipe, die an dem Tag Open Stage hatte, was irgendwie lustig klang. War es auch. Zuerst trat Konstantin auf und sang ein Lied, vom Stil her irgendwie Mike Krüger, über seinen ehemals besten Freund Karsten, der – unterm Strich ein Arschloch – Dinge bringt wie folgenden Anmachspruch: „Kannst du eigentlich Schwimmen? Ich möchte dich nämlich gern ins Becken stoßen.“ Unfassbar. Unfassbar lustig.

Und dann die Celtic Folk Band Cain da Breth aus Prag. Erstaunlich, was der Drummer/Percussionist alles für melodische Anwendungsmöglichkeiten für seine Instrumente findet und diese wunderschöne Stimme von Damonica, die sich auch nicht durch das leicht kaputte Mikrokabel und die hinter ihr herumhantierende Wirtin/Tontechnikerin auf den insgesamt zwei Quadratmetern Bühne stören ließ. Nicht meine Musik, aber trotzdem verdammt gut. Demnächst haben sie noch einen Auftritt im Intersoup.

Mein Lieblingssänger war allerdings Singer-Songwriter Martin Twist mit Gitarre. So ein schücherner, blauäugiger, stiller Typ, der von „different places“ stammt und völlig glücklich über den Applaus des mit rund 25 Leuten mehr als eng gepackten Publikums kaum weiß, was er als Zugabe präsentieren soll. Eine gecoverte Bluesnummer – sein bester Song!

Am Ende dann noch ein Beatboxer, der das Publikum fortgeschrittenen Alters endlich richtig mitreißt. Wo waren die eigentlich in den 80ern? Wahrscheinlich Häuser besetzt und Kinder gekriegt. Egal, das Gefühl die Jüngste im Laden gewesen zu sein, ersetzt jede Frischzellenkur – wir ziehen abenteuerlustig weiter, bis wir an einer Party auf dem Mittelstreifen an der Yorckstraße Ecke Mehringdamm vorbeikommen. Das Durchschnittsalter der rund 100 Partypeople rückt die Verhältnisse wieder zurecht. Pah!

4 –

21. Oktober 2011

Das Marketing-Team stellt sich weiter tot. Man könnte das als Kündigung auffassen. Leider bin ich nicht gekündigt und mache mir außerdem Sorgen, dass ohne das nötige Kleingeld die Veranstaltung wohl ausfällt. Will nicht, dass Veranstaltung wegen mir ausfällt. Ich fasse also meinen ganzen Mut zusammen und… suche erstmal mögliche Sponsoren und Ansprechpartner heraus. Dann eine kleine Kaffeepause, um danach voll konzentriert und ohne störende Bedürfnisse loslegen zu können. Jetzt ruft aber erstmal eine Freundin an und wir besprechen die Sachlage und viele anderen Sachlagen. Sponsoren hat sie auch keine für mich, aber sie will unbedingt wissen, wie es weitergeht. „Du schaffst das schon“, sagt sie und legt auf. Ich schaue auf die Uhr. Freitag Nachmittag, 15:30 Uhr. Erreiche ich da überhaupt noch jemanden? Ich rufe todesmutig bei einem bekannten Internetmusikversand an. Denke mir, das ist schließlich genau deren Zielgruppe. Wahrscheinlich nehmen sie gleich das Generalsponsorenpaket und ich bin all meine Sorgen mit einem Anruf los, träume ich. Ansprechpartner hört sich freundlich meine Erläuterungen an. Erläutert mir dann seinerseits, dass bekannter Internetmusikversand sein Sponsoringbudget breit streut und es nur Druckkostenbeihilfe gibt. In eher unerheblicher Höhe. Ich kann es kaum glauben. Wer wenn nicht bekannter Internetmusikversand soll hier Sponsor werden? Na gut, andererseits ist es der erste Anruf und schon eine Zusage. Ich lege mich auf meine Lorbeeren und mache ein Päuschen – bis Montag!

– 3 –

18. Oktober 2011

Beim zweiten Orga-Treffen formierten sich die Arbeitsgruppen. Darunter auch das Presse-Team bestehend aus dem erfahrenen P., den in der Metal-Szene bekannten Blogger A., der auch am Körper jede Menge Metall trägt und mich – eine Mischung aus beidem;-)

Das Marketing-Team musste nochmals energisch zur Ordnung und zur Zusammenarbeit aufgefordert werden. Erste Informationen und eine Unmenge neuer email-Adressen, unter denen ich jetzt in meinen diversen Funktionen für das Berlin Allstarz Festival erreichbar bin, flossen mir zu. Das jetzt kurzzeitig disziplinierte Marketing-Team verabredete sich hochmotiviert zu einem ersten gemeinsamen Sponsorensuche-Termin, der dann wegen Krankheit und Geburtstag Mutter sofort wieder platzte.

Aber das macht ja alles nichts, weil sich die Sponsoren ja jetzt alle direkt bei mir melden können unter marketing@berlin-allstarz.de. Schreibt mir! Für eine wirklich überschaubare Summe werdet ihr Generalsponsor und auch Kleinanleger bekommen ihre Chance. Als Gegenleistung winken attraktive Werbemöglichkeiten auf Plakaten, Flyern, der Website (man kann das nicht oft genug verlinken!), auf den Eintrittskarten, den Backstage-Pässen, den Einlassbändern, im Newsletter, auf Bannern und Transparenten im SO36, etc. – und die Berliner Rockmusikszene liegt euch zu Füßen!

– 2 –

Mai 2011

Wer beim Berlin Allstarz Festival aktiv oder passiv dabei sein will, der muss sich einfach auf der Seite anmelden. Gesagt, getan. Ein paar Tage später war dann auch schon der aktuelle Newsletter in der Mailbox, der zum Mitmachen beim Festival 2011 aufrief. Neben Bühnenbau, Instrumentengarderobe, Merch-Stand, Jury-Management und vielen anderen Tätigkeiten wurden Marketing und PR ausgeschrieben. Viel besser als Merch-Stand, dachte ich und meldete mich motiviert. Im Juni fand dann ein erstes Treffen des Orga-Teams und aller Helfer im Pfefferberg statt. Eine bunt gemischte Meute aller Altersgruppen quer durch die Berliner Kreativszene mit Schwerpunkt gitarrenlastige Musik. Ich fühlte mich pudelwohl. Auch als sich herausstellte, dass hier unter Marketing einzig und allein die Sponsorensuche verstanden wird. Seltsam eigentlich, in 14 Jahren Marketingarbeit musste ich noch nie einen Sponsoren suchen. Auch die Tatsache, dass mir dieses Thema mit so viel schmeichelnden und wohl formulierten Worten übergeholfen wurde, stimmte mich misstrauisch. Genau! Kein anderer wollte damit was zu tun haben, weil die meisten im Alltag genug dem Geld hinterherjagen mussten. Diese Ausrede hatte ich ja nun nicht. Okay, sehen wir mal davon ab, dass ich eine unterirdische Verkäuferin bin und nicht mal einem Verdurstenden ein Glas Wasser verkaufen kann… N., Berlin Allstarz-Urgestein, versicherte mir, dass das alles ganz easy sein und noch jedes Jahr geklappt habe. Zwei Mädelz konnte ich noch unter Androhung von Gewalt ins Marketing-Team locken, die eine mit ähnlichen Verkaufstalenten wie ich gesegnet und die andere, die das bestimmt gut kann.

– 1 –

Die Vorgeschichte

Ja, tatsächlich am 17. Dezember 2011 steigt die 14. Ausgabe des Berlin Allstarz Festivals im SO 36 – mit mir! Nicht auf der Bühne, keine Sorge, sondern hinter den Kulissen und glücklicherweise mit vielen anderen ehrenamtlichen Könnern zusammen.
Wie kam ich denn nun dazu? Wie die Jungfrau zum Kind:

Vor etwa zwei Jahren wünschte sich Sohn nichts sehnlicher als Schlagzeug spielen zu lernen. Okeee, dachte sich die Mutter, ein Musikinstrument spielen können ist ja eine gute Sache und organisierte einen Lehrer. Der Unterricht fand in einem abgerockten Kellerprobenraum statt und als begleitendes Elternteil wartete ich im Nebenraum und nutzte die Zeit, um ungestört Zeitung zu lesen. Bis dann der nächste Schüler im Warteraum auftauchte: Santa, für meine Begriffe ein schon begnadeter Drummer, der aber fand, dass er noch was dazu lernen könne. Santa kam mit der Zeit immer früher und verwickelte mich in Gespräche. Zunächst noch eher widerwillig (die Zeitung…), freute ich mich mit der Zeit richtig auf ihn. Er kam dann irgendwann schon immer gleichzeitig mit uns und wir redeten über Gott und die Welt und vor allem über ein gewisses Rock Festival, das im Dezember 2010 in Berlin stattfinden sollte und bei dem er mitwirken wollte, sowohl auf der Bühne, als auch bei der Organisation.

Das Festival fand wie geplant mit Santas Mithilfe statt, zum Auftritt seiner Band kam es bedauerlicherweise nicht. Aber ich hatte inzwischen richtig Blut geleckt und er meinte, ich könne dann ja im nächsten Jahr auch mitwirken. Als T-Shirt Verkäuferin am Merch-Stand oder so. Ganz egal! Man stelle sich vor, diese coole Musikerszene in Berlin mischt sich alljährlich für dieses Projekt zu neuen Bands zusammen, probt wochenlang, tritt bei einer nervenaufreibenden Generalprobe vor einer gnadenlosen Jury zusammen mit rund 80 anderen „Bands“ an und die besten 40 spielen dann live auf der Bühne im SO 36. Wie in Berlin üblich natürlich alles, ohne dass irgendwie Geld flösse. Da muss ich dabei sein!

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