PrinzessInnen, rettet euren Garten!

Prinzessinnengarten

Prinzessinnengarten – Wachsen lassen!

Vor drei Jahren war der Moritzplatz an der Grenze zwischen Kreuzberg und Mitte noch eine steinige, staubige, scheußliche Brache. Dann ergriffen Urban Gardening AktivistInnen die Initiative und legten in liebevoller Kleinarbeit, mit unendlich viel Muße und nicht zuletzt unter reger Beteiligung vieler Anwohner ein lauschiges Wäldchen und mobile Beete an. Ein Container für den Getränke- und Kuchenverkauf folgte sowie ein Küchencontainer für warmes Mittagessen und gelegentlich mehrgängige Abendmenüs. Der Prinzessinnengarten war entstanden. Kein privates Vor-sich-hin-Gärtnern mit abgesteckten Claims, sondern ein kleines Paradies für alle. Und in seltener Einigkeit sitzt hier der Renter neben dem Hipster, die digitale Bohème aus dem benachbarten Betahaus neben der ökologisch angehauchten Kleinfamilie und der Touri neben dem Linksaktivisten. Hier sind alle glücklich – und wem langweilig ist, der jätet eben Unkraut.

Jetzt aber ist die mobile Idylle in Gefahr. Der Liegenschaftsfonds, Verwalter der landeseigenen Immobilien will das Areal auf den Markt werfen. Wie in Berlin üblich an den, der am meisten bietet. Auf dass ein weiteres leerstehendes Bürohochaus mit angegliedertem Carloft entstehe, vermutlich. Der Prinzessinnengarten wäre schnell geräumt. Fast alle Pflanzen wurzeln in Säcken oder Kisten. Im Spätherbst und im Frühjahr gab es deshalb immer legendäre Umzüge in Einkaufswagen in die oder von der Markthalle IX, wo die Pflanzen überwinterten. Zwischennutzung heißt das Konzept und deshalb läuft der Mietvertrag auch 2013 aus.

Durch eine solche Zwischennutzung kann sich herausstellen, was die eigentlichen Bedürfnisse der Bewohner der Stadt sind. Dem Senat ist das in der Regel egal. Spurt der Bezirk nicht und macht sich gar mit den Initiatoren eines erfolgreichen Volksbegehrens gemein, wie im Fall von Mediaspree schon erlebt, dann sticht Ober Unter und der Stadtentwicklungssenator zieht den Verkaufsprozess an sich. In der Regel zugunsten des Meistbietenden. Auch zugunsten leerer Kassen, könnte man meinen. Doch lebt Berlin nicht zu einem guten Teil von seinem außergewöhnlichen Ruf in der Welt? Schmücken sich Berlin und sogar Deutschland nicht mit dem kleinen Paradies, z.B. auf der Weltausstellung in Schanghai 2010, wo der Prinzessinnengarten Teil des deutschen Pavillons war? Auch dafür strömen die Touristen nach Berlin und füllen Hotelbetten, Restaurants, Kneipen, Museen, Theater und Opern. Einiges ist schon verloren gegangen, so die Bar 25 oder das Kikki Blofeld. Das so wunderbar leere und weiträumige Tempelhofer Feld ist auch in Gefahr zugebaut und „gestaltet“ zu werden. Wie viel Raubbau an seinen Schätzen kann sich Berlin noch leisten, bevor die Touris ihr Geld dann lieber wieder nach Paris oder Jenesaisou tragen?

Egal, kampflos geben wir den Prinzessinnengarten nicht her. PrinzessInnen, unterschreibt die Petition.

Prinzessinnengarten

Wer hinter die trübe Kulisse sieht, entdeckt… den Prinzessinnengarten!

Prinzessinnengarten

Erstaunlich weitläufig und vielschichtig…

Prinzessinnengarten

Und die Tomaten…

Prinzessinnengarten

… kriegt man dann auch serviert.

Prinzessinnengarten

Die Welt draußen ist nicht so schön…

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Eine Antwort zu “PrinzessInnen, rettet euren Garten!

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