Eigentlich not my day, aber… ich fühle mich gut!

Der Inhalt von einem Eimer Wandfarbe auf der Straße vor meinem HausDas Portemonnaie ist weg! Ich wühle hektisch in meiner Tasche und kann kaum glauben, dass es nicht da ist. Letzte Woche haben sie C. das Portemonnaie aus der geschlossenen Tasche und dort noch aus einer geschlossenen Innentasche herausgeklaut. Und der anderen C. gleich die ganze Tasche. Das hatte immerhin den Vorteil, dass die zweite C. es gleich gemerkt hat und die erste C. erst am nächsten Tag.

C. Nummer zwei verfügt(e) über eine Autovermietungskarte ihres Arbeitgebers. Aus Panik, was verantwortungslose Crashkids mit der Autovermietungskarte jetzt alles anstellen könnten (beide Diebstähle passierten in Nordneukölln, aka „Kreuzkölln – Home of Crashkids“), ließ sie gleich auch die Karten aller Kollegen mitsperren.

Überhaupt gab es eine Riesenverwirrung. Das hatte auch mit einer noch nicht erfolgten Ummeldung zu tun. Die Polizei fand die Tasche kurz nach ihrem Anruf und stand damit , erwartungsschwanger ob der zu erwartenden Freundensschreie, gegen Mitternacht vor der falschen Tür. Die aus dem Tiefschlaf gerissenen Bewohner wussten nichts Besseres zu sagen, als dass C. gerade nicht in Berlin sei.

Die Polizei witterte an dieser Stelle ein größeres Verbrechen. Zum Glück ist C. recht wortgewandt und konnte alle beruhigen und alles erklären und war so glücklich ihre Tasche minus Handy und minus Geld wiederzuhaben…  Wobei, das mit dem Handy ist schon doof. Da waren alle beruflich wichtigen Telefonnummern Hauptstadtberlins drin. Die sind jetzt leider weg.

Die andere C. hatte auch Glück. Zwei überaus süße Teenies brachten ihr durch Lagerung im feuchten Spielplatzsand aufgeweichtes Portemonnaie zurück, in dem nichts fehlte außer 35 €. Dafür gab es dann auch 20 € Finderlohn. Dummerweise hatte C. schon neue EC- und Visakarten bestellt. Fazit für alle Beklauten: mal lieber zwei Tage warten!

Das alles schießt mir durch den Kopf – und die Tatsache, dass ich einen Kaffee und ein Wasser zu bezahlen habe. Zum Glück kennen die mich im Uppers und meinen recht gelassen, ich solle halt dann beim nächsten Mal bezahlen.

Ich verspreche in 30 Minuten wieder da zu sein, springe auf’s Rad und düse nach Hause. Dort suche ich nach dem vermaledeiten Portemonnaie. Nichts, nirgends…

Das gibt es doch nicht! Ich schaue nochmals in meine Tasche, die mir so verdächtig ausgebeult vorkommt. Tatsächlich, das Portemonnaie hat sich in einem Reißverschlussfach versteckt, in dem es sonst nie ist. Wer war das? Egal. Zum Glück!

Ich wechsle in bequeme Flipflops, springe auf mein weißgesprenkeltes Fahrrad und düse wieder Richtung Uppers. Irgendjemand hat heute früh einen Eimer weiße Farbe vor meinem Haus verkippt. Ich wähnte sie bereits eingetrocknet und fuhr durch den Riesenfleck und versaute mir dabei Hose und Schuhe (und Fahrrad, aber das ist nicht so schlimm, siehe Rostrad).

Super Sache, wo ich doch gerade unterwegs war, um einen Vortrag zu halten. Da machen sich die weißen Farbflecken auf der Hose natürlich gut. Unterwegs überlegte ich mir, die Themen Farbeimer-nicht-auf-Fahrrädern-transportieren und wie-kriegt-man-Wandfarbe-aus-Kleidung in meinen Vortrag über Content Marketing einzubauen. „Falls jemand von Ihnen einen Baumarkt leitet…“, so wollte ich den Vortrag anfangen. Und wenn sie dieses Beispiel hören, werden sie alle kaufen und ich kann mir eine neue Hose leisten. Und vielleicht auch ein neues Fahrrad!

Das war heute morgen. Jetzt bin ich schon wieder auf dem Weg ins Uppers, um meine Schulden zu begleichen. Nach einem kurzen Gespräch über die Möglichkeiten von Content Marketing für wirklich liebenswerte Coffeeshops, die zwar hervorragenden, bezahlbaren Kaffee produzieren, aber ansonsten leider keinen wirklichen USP für Menschen haben, die aus anderen Teilen der Republik oder auch nur Berlins hergelockt werden sollen, springe ich auf mein Rad und will wieder ins Büro fahren, als mich ein grau gekleideter Mann anspricht: „Das Ordnungsamt, halten sie mal bitte an.“

Phhh, ich trete natürlich erst recht in die Pedale und suche mein Heil in der Flucht. Aber leider rutsche ich mit den Flipflops vom Pedal und lande zugriffsoptimiert vor den Füßen des grauen Herrn vom Ordnungsamt. Die ebenso graue Ordnungämterin versperrt mir alle anderen Fluchtwege und schon darf ich meinen Personalausweis zücken (Was wäre eigentlich gewesen, wäre das Portemonnaie tatsächlicht geklaut worden? Dann hätte ich keinerlei Dokumente gehabt und eventuell Mitleid erregt… So aber bin ich nur eine durchschnittlich renitente, geisterfahrende Kreuzbergerin, die jetzt gleich einen Strafzettel kriegt).

Während der Belehrung über das Benutzen des Radwegs in der falschen Richtung entscheide ich, dass ich die Prozedur am besten abkürzen kann, in dem ich nichts sage und es mir nur denke: Gibt es denn nichts Wichtigeres, als einen Radfahrer, der fünf Meter bis zur Ampel den Radweg am äußersten rechten Rand in die falsche Richtung langfährt und dabei niemanden behindert?

Das mit dem Strafzettel wirft mich etwas zurück, aber ich spare immer noch auf ein neues Rad. Anfragen zu Content Marketing bitte an mich! Vor allem von Baumärkten.

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