Helfen immerhin gegen Mundgeruch – Parteien bei der Bundestagswahl 2013

Gekonntes Guerillamarketing im Bundestagswahlkampf 2013

Mein Lieblingswahlplakat! Die gewerbliche Freunde-von-Fischern-Partei

Die Nichtwähler haben sich ja inzwischen zur größten Wählergruppe entwickelt. Diesmal sollen angeblich rekordverdächtige 15 Millionen Wahlberechtigte am Wahltag die Stimmabgabe schwänzen.

Schwänzen? Tatsächlich sind die Nichtwähler in der Mehrzahl weiblich, jung, schlecht ausgebildet, haben kaum Zukunftsperspektiven und sind (wahrscheinlich deshalb) politisch frustriert.

Ist das wirklich so? Nein, ist es nicht. Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von hochintelligenten, gebildeten und erfolgreichen Menschen, die offen sagen, dass sie nicht wählen gehen werden. Dazu gehören zum Beispiel der Zukunftsforscher Harald Welzer, der in einem ellenlangen Spiegel-Artikel erläutert, warum er nicht wählen geht, die Journalistin und Buchautorin Hanna Hünniger, die in Günter Jauchs Nichtwählersendung ihre Überzeugung vertreten durfte und der ehemalige CDU-Politiker Werner Peters, der die Partei der Nichtwähler gegründet hat, die sich für direkte Demokratie einsetzt.

Bei Bundestagswahlen hat sich der Anteil der NIchtwähler seit 1972 mehr als verdreifacht. Und das, wo die Bundestagswahlen doch immer die Wahlen mit der größten Wählerbeteiligung waren. Der Anteil der Nichtwähler betrug bei der Bundestagswahl 2009 noch 29,2%. Für die Bundestagswahl 2013 werden ca. 40 % der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgeben. Zum Vergleich: Derzeit gilt die CDU/CSU als stärkste Fraktion mit 25 % der (abgegebenen) Stimmen.

Ich habe mich mal auf Ursachenforschung begeben und mir die Wahlplakate angesehen.

Wahlplakat FDP Rainer Brüderle von der „Fast Drei Prozent“-Partei will den Soli abschaffen, damit wir alle mehr im Geldbeutel haben und endlich Schluss ist mit sinnlosen Autobahnen in strukturschwachen Ostgebieten.
Wo will er aber mit seiner Greisenhand hin? Seit er den #aufschrei auf Twitter und quer durch die Medienlandschaft ausgelöst hat, habe ich immer die Befürchtung er will mir an den Dirndl-Ausschnitt grabschen. AUFSCHREI!!!!

 

Wahlplakaten Die PiratenDen Piraten fällt zur Bundestagswahl anscheinend nicht so viel ein, deshalb recyclen sie ihre Landtagswahlthemen. Naja, vielleicht merkt’s ja keiner…

 

 

 

 

Wahlplakat Die GrünenFreiheit, Freiheit… ist das nicht das angestammte Thema der FDP? Ist Freiheit nicht immer die Freiheit des Andersdenkenden? Laut Grünen ist sie also „unanzapfbar“. Bei Zapfen denke ich an Zapfsäule. Im Grünen? Die Grünen wollen mehr Tankstellen im Wald und auf den Wiesen? Schwer vorstellbar. Das ist doch die Partei, die sich selbst in’s Knie geschossen hat, als sie vor ca. 20 Jahren forderte, dass der Liter Benzin 5 DM kosten solle.
Und was hat der Typ da eigentlich in der Hand? Eine Fernbedienung?
Das Plakat verstehen wahrscheinlich nur die Piratenwähler und die Werbeagentur der Grünen.

Wahlplakat Die LinkeAlso dieses Wahlplakat der Partei Die Linke habe ich auf Anhieb verstanden und es ist mein persönlicher Inhaltssieger!

Womit will ich allerdings keine Wahlaussage treffen möchte! Dazu gehört ja wohl mehr als ein griffiger Plakatspruch.

 

 

 

 

 

Wahlplakat SPDIch habe es in der Hand, behauptet Peer Steinbrück von der SPD. Was habe ich in der Hand? Ich habe meinen Fahrradlenker in der Hand. Was will er mir damit sagen? Wahrscheinlich zurecht, dass ich die Gewalt über mein Fahrrad habe. Immerhin! Und warum lächelt er? So kennt man ihn ja gar nicht. Ist er das wirklich? Das ist doch der Typ, der nie um eine zugegebenermaßen meist interessante und gehaltvolle Antwort verlegen ist, die er seinem Gegenüber dann mit gefletschtem Unterkiefer entgegenschleudert. Unterton: „Dumme Frage!“
Ich habe es also in der Hand. So von Blogger zu Blogger: „Dann lass dich mal überraschen, Peer!“

 

Wahlplakat CDUWarum kuckt Angie mich nicht an? Bin ich nicht gemeint? Findet sie, dass ich nicht stark genug bin und sieht sich um, ob sie rechts neben mir jemanden entdeckt, der zum Spruch passt? Oder langweile ich sie und sie kuckt, ob das Buffet schon aufgebaut wurde, damit sie mich stehen lassen kann? „Ich muss jetzt los, sonst ist die Schlange wieder so lang. Heutzutage hat ja keiner mehr Respekt vor der Bundeskanzlerin…“.
Anscheinend findet sie aber überhaupt niemanden, den sie anschauen will, auch auf den anderen Plakaten nicht. Oder weicht sie meinem Blick etwa aus? Ist es vielleicht so, dass die Bundesregierung peinlicherweise keine Ahnung hatte von den Ausspähungen durch die NSA oder hatte sie Ahnung und will aber nicht, dass wir es wissen? Sieht sie vielleicht peinlich berührt weg, weil die ganze Austeritätspolitik in Europa so nach hinten losgeht? Darauf werden wir wohl nie eine klare Antwort bekommen, denn laut Kanzleramtsminister Pofalla von der CDU ist das Thema NSA ja bereits vom Tisch.

Und nun? Also ich werde am 22. September wählen gehen. Bis dahin habe ich ja noch zwei Wochen Zeit meine Meinung zu verfeinern. Für den täglichen Wahlplakatspießrutenlauf könnten Scheuklappen helfen – und für die Suche nach Übereinstimmungen im Wahlprogramm der Wahl-O-Mat. Und die merkwürdige Freunde-von-Fischern-Partei hilft auch. Zumindest gegen Mundgeruch!

Nachtrag vom 10. September 2013: Und hier gibt es noch eine Menge verbesserte Wahlplakate 😉

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