Drogenkonsum gewinnt mit leichtem Vorsprung gegen Flughafenruine

Eisbär räkelt sich im Berliner Zoo

Ja, wenn Knut noch am Leben wäre… Copyright: Jürgen Marquardt, http://www.free-fotos-berlin.de

Es ist immer noch ein Geheimnis, wie die Fischerin vom Gneisenausee das Handy ihres Sohnes wieder aus den U-Bahn-Gleisen geangelt bekommen hat. Das war nämlich gleich das erste, was gestern früh passiert ist.

Die erste Nachricht des heutigen Tages ist, dass Berlin die attraktivste Stadt der Welt für junge Menschen zwischen 15 und 29 ist (wussten wir!), gleich nach Toronto. Toronto?!? Was hat Toronto denn Berlin, das sogar NYC hinter sich zurücklässt, voraus? Es muss am Bürgermeister liegen. Der von Toronto wurde gerade von seinem Stadtrat suspendiert, weil er zu viele Drogen konsumierte. Oder zu offensichtlich. Beziehungsweise sich damit hat erwischen lassen. Da kann Wowi derzeit nicht dagegen anstinken. Er baut nur langweilige Flughäfen, die einfach nicht fertig werden wollen und die jeden nicht fertigen Tag eine Million Euro kosten. Gar keine Drogen beim Berliner Bürgermeister? Er war doch früher so bekannt als Partylöwe, hat sogar seine eigene Disco unterm Rathaus. Da geht doch was.

Recherche bei Google. Tatsächlich zu den Suchwörtern „Wowereit“ und „Drogen“ gibt es einige Treffer. Die bringen aber zunächst nur Austin, Texas mit Aushängeschild George W. Bush als Attraktionskonkurrenz ins Spiel.
Weiter suchen. Noch 2003 spricht sich Wowereit auf einem Besuch in Mexiko gegen die Freigabe von Cannabis zum privaten Konsum aus. Verdächtig, dieses Ablenkungsmanöver! Schließlich gerierte sich auch Bush präsidentenlebens als göttlich beseelter Abstinenzler.

Es ist hoffnungslos, dieser Mann ist ein Heiliger. Oder er findet immer jemanden, der für ihn die Schuld übernimmt. Wie bei seinem Wohnungsbrand, ausgelöst durch Rauchen im Bett. Der Lebensgefährte war’s! Oder beim Flughafen. Der ehemalige Chef, Rainer Schwarz, hat den Aufsichtsrat nicht (rechtzeitig/umfassend genug) informiert, ließ Aufsichtsratschef Wowereit verlauten. Schwarz will aber dummerweise einfach nicht die Klappe halten und klagt jetzt auf entgangenen Lohn wegen ungerechtfertigter Kündigung. Zum Schluss kommt dabei noch ans Licht, dass der Aufsichtsrat doch informiert war, aber gerade rauchend im Bett lag und deswegen nicht re(a)gieren konnte/wollte…

Wir Berliner tun inzwischen was wir können. Ich zum Beispiel nehme den Mann neben mir am Privatschulen-St. Martins-Elterninitiativ-Lagerfeuer in die Zange. Er ist Architekt und versenkt derzeit Millionen auf der Museumsinsel. Stimmt nicht, widerspricht er gelassen. Alles im Plan. Ob er am Flughafen auch die Finger im Spiel gehabt habe, frage ich ihn drohend. Hat er. Drei Gebäude stammen aus seinem Betrieb. Alle fertig.
Ob sie aber bei der fernen Flughafeneröffnung noch gebrauchsfertig seien, könne er nicht sagen, schließlich stünden sie die ganze Zeit leer.

Für alle Berliner, die der Kummer gerade übermannt*: Immerhin ist Berlin unangefochten die attraktivste Stadt Europas!

* Womöglich eines der wenigen geschlechtsspezifischen Wörter, die man nicht emanzipieren muss…

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2 Antworten zu “Drogenkonsum gewinnt mit leichtem Vorsprung gegen Flughafenruine

  1. Hab´s heute morgen gleich als Erstes gehört. Jetzt wissen wir es also: unsere Stadt ist ein Magnet.
    Ich zucke bei solchen Meldungen inzwischen schon zusammen, statt mich zu freuen. Hab immer gleich Angst, dass das noch mehr Leute anlocken könnte.

    • Bitte, von irgendwas muss Berlin ja seine Ausgaben für unnütze Projekte bestreiten. Jetzt kommt auch noch das teuerste Autobahnteilstück Deutschlands auf uns zu. Klammern wir uns also an die Touris und sehen sie als Retter 😉

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